PulseAudio

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Sowohl die minibox im Sofaraum als auch die Spacekiste im Frickelraum nehmen PulseAudio-Streams über Port 4713 aus dem lokalen Netzwerk an, und announcen ihren PulseAudio-Sinks über Zeroconf. Das macht es möglich, über beliebige Clients z.B. Musik zu streamen.

Server-Seite

Aud dem Server in /etc/pulse/default.pa müssen diese zwei Zeilen aktiviert werden:

load-module module-native-protocol-tcp auth-anonymous=1
load-module module-zeroconf-publish

Dann entweder neu einloggen (der PulseAudio-Server ist ja immer an einen Benutzer-Session gekoppelt), oder PulseAudio neustarten: pulseaudio --kill && pulseaudio --start

Zu beachten ist, dass unter Debian/Ubuntu das Modul pulseaudio-module-zeroconf installiert sein muss.

Sinks

Die Sinks auf den beiden Rechnern heißen (sofern Multicast DNS und Auto-Discovery via Zeroconf (siehe unten) auf dem Client aktiviert ist):

  • tunnel.minibox.local.alsa_output.pci-0000_00_08.0.analog-stereo
  • tunnel.minibox.local.alsa_output.0.iec958-stereo (Digital-Ausgang, aber meist nicht angeschlossen)
  • tunnel.spacekiste.local.alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo

Client-Seite

Um Audio-Streams über die Spacekiste oder die minibox wiederzugeben, gibt es mehrere Wege. Um den lokalen PulseAudio-Server anzuweisen, Audio-Streams umzuleiten, muss das Modul module-zeroconf-discover aktiviert sein (unter Debian/Ubuntu/Fedora im Paket pulseaudio-module-zeroconf enthalten). Dazu muss /etc/pulse/default.pa die folgende Zeile enthalten:

load-module module-zeroconf-discover

Nach Anpassen der Datei muss PulseAudio neu gestartet werden: pulseaudio --kill && pulseaudio --start

pacmd

Ein nützliches Konsolen-Programm für alles mögliche.

Einzelne Audio-Streams umleiten

Man startet die Wiedergabe auf dem Client und sucht sich dann mit pacmd list-sink-inputs den Index des Streams, den man umleiten will. Die Ausgabe sieht etwa wie folgende aus:

>>> 1 sink input(s) available.
index: 22
	driver: <protocol-native.c>
	flags: 
	state: RUNNING
	sink: 0 <alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo>
	volume: 0:  64% 1:  64%
	        0: -11.47 dB 1: -11.47 dB
	        balance 0.00
	muted: no
	current latency: 79.66 ms
	requested latency: 210.00 ms
	sample spec: float32le 2ch 44100Hz
	channel map: front-left,front-right
	             Stereo
	resample method: copy
	module: 7
	client: 174 <MPlayer>
	properties:
		media.name = "audio stream"
		application.name = "MPlayer"
		native-protocol.peer = "UNIX socket client"
		native-protocol.version = "26"
		application.process.id = "28609"
		application.process.user = "rohieb"
		application.process.host = "r2d2"
		application.process.binary = "mplayer"
		application.language = "C"
		window.x11.display = ":0"
		application.process.machine_id = "3d50ca96e3bbb8de38d0d46a00000298"
		application.process.session_id = "3d50ca96e3bbb8de38d0d46a00000298-1349808857.893717-1874973741"
		module-stream-restore.id = "sink-input-by-application-name:MPlayer"

Außerdem braucht man den Index oder den Namen der Sink auf dem Server (siehe oben, den Index kann man zur Not auch mit pacmd list-sinks herausfinden).

So kann man jetzt PulseAudio anweisen, den entsprechenden Stream umzuleiten:

pacmd move-sink-input 22 tunnel.minibox.local.alsa_output.pci-0000_00_08.0.analog-stereo

Alle Audio-Streams umleiten

Um jegliche Audio-Ausgabe vom Client auf den Server umzuleiten, sucht man wie oben den Sink-Index des Servers heraus. Diesen setzt man dann einfach als Standard-Sink:

pacmd set-default-sink tunnel.minibox.local.alsa_output.pci-0000_00_08.0.analog-stereo

Schon laufende Audio-Streams müssen mit der obigen Methode einzeln verschoben werden.

pavucontrol

Mit der Lautstärkeregelung auf Gnome-Systemen kann man das ganze auch per Maus erledigen (siehe Bilder). Die Default Sink kann man auf dem Tab Output Devices über den Button Set as fallback festsetzen.

Direkte Verbindung ohne Umweg über den lokalen PulseAudio-Server

Man kann einzelne Anwendungen auch anweisen, sich direkt mit dem Server zu verbinden, ohne Umweg über den lokalen PulseAudio-Server auf dem Client-System. Dazu setzt man die Umgebungsvariable PULSE_SERVER auf den Namen oder die IP-Adresse des Servers:

PULSE_SERVER=minibox.local mplayer schönemusik.mp3

Das hat prinzipiell den Vorteil, dass kein lokaler PulseAudio-Server laufen muss (auch das Modul module-zeroconf-discover muss nicht wie oben geladen sein). Außerdem fügt ein lokaler PulseAudio-Server tendenziell eher mehr Latenz zum Signal hinzu und verbraucht CPU.

Wiedergabe im ganzen Space (buggy, CPU-lastig)

Pulse hat theoretisch die Möglichkeit, mehrere Sinks gleichzeitig zu bespielen. Dies macht das Modul module-combine-sink. Dabei werden ein oder mehrere Sinks unter einem neuen, virtuellen Sink neu zusammengefasst.

pacmd load-module module-combine-sink sink_name=space slaves=tunnel.spacekiste.local.alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo,tunnel.minibox.local.alsa_output.pci-0000_00_08.0.analog-stereo

Hier habe ich den neuen virtuellen Sink space genannt, die Namen der Slave-Sinks werden mit Kommata getrennt. Danach soll der virtuelle Sink an den üblichen, verdächtigen Stellen auftauchen (auch im pavucontrol), habe es so aber noch nicht zum Laufen bekommen. Eine direktere Möglichkeit zur Wiedergabe ist

mplayer -ao pulse::space nyancat.opus

Hat aber Audioglitches trotz vergrößerter Buffer, läuft nach einigen Sekunden aus der Synchronisation und verursacht derzeit 17% CPU-Last.